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Geschichte der New Holland Feldhäcksler
Die Geschichte der selbstfahrenden Feldhäcksler von New Holland begann außergewöhnlich früh. Bereits 1961 stellte das Unternehmen das Modell SP818 vor, das aus einem beliebten gezogenen Feldhäcksler zu einer selbstfahrenden Maschine mit eigenem Motor und Fahrwerk weiterentwickelt worden war. Der SP818 konnte unter anderem mit einem einreihigen Maisvorsatz eingesetzt werden und markierte den Beginn von mehr als sechs Jahrzehnten Entwicklung selbstfahrender Feldhäcksler bei New Holland.
1968 ging der New Holland 1880 in Produktion. Die neue Konstruktion bot mehr Leistung und Durchsatz als der SP818 und konnte im Zuge weiterer Modernisierungen mit zunehmend größeren Vorsätzen eingesetzt werden. Der 1880 entwickelte sich zu einem der charakteristischen amerikanischen Feldhäcksler der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre.
Ein weiterer großer Entwicklungsschritt folgte 1975 mit der Einführung des 1890. Er war der erste New-Holland-Feldhäcksler mit einer Leistung von rund 200 PS. Gleichzeitig kam ein leistungsfähigeres Auswurfsystem zum Einsatz, das ein schnelleres Befüllen der Transportfahrzeuge ermöglichte.
Bereits zwei Jahre später folgte der New Holland 1895. Die Maschine ging als erster New-Holland-Feldhäcksler mit einem werkseitig eingebauten Metalldetektor in die Geschichte ein. Das System sollte die Einzugswalzen beim Erkennen eines Metallgegenstands stoppen und dadurch sowohl das kostspielige Häckselaggregat als auch das für die Tierfütterung bestimmte Erntegut schützen.
1979 wurde der deutlich größere New Holland 2100 vorgestellt. Sein Reihenmotor ermöglichte eine Leistung von rund 300 PS, während die neue Kabine dem Fahrer eine erheblich bessere Sicht bot. Damit begann eine Phase, in der Motorleistung und Durchsatz der selbstfahrenden Feldhäcksler rasch zunahmen.
In den 1980er-Jahren wurden weitere Baureihen und Modelle entwickelt, darunter 1900, 1915, 2115 und 2200 sowie später 1905, 2205, 2305 und 2405. Besonders bedeutend war der 1987 eingeführte 1915, der unter anderem mit Schutzsystemen für das Häckselaggregat und einer automatischen Messerschleifeinrichtung ausgestattet war.
Diese Phase fiel zugleich mit mehreren Eigentümerwechseln zusammen. 1986 wurde die New-Holland-Sparte von Ford übernommen und das Unternehmen Ford-New Holland gegründet. Die Feldhäcksler wurden jedoch weiterhin vor allem unter dem Namen New Holland weiterentwickelt. 1991 übernahm Fiat Ford-New Holland, wodurch die Produktprogramme von New Holland und Fiatagri schrittweise zusammengeführt wurden.
Ein grundlegender konstruktiver Umbruch erfolgte 1995 mit der Einführung der ersten Generation des New Holland FX. Die neue Baureihe umfasste unter anderem die Modelle FX300, FX375 und FX450. Das leistungsstärkste Modell erreichte rund 450 PS. Zu den wichtigsten Neuerungen gehörte ein Kornprozessor, der die Aufbereitung der Maiskörner und damit die Qualität der Maissilage deutlich verbesserte.
1998 kam der leistungsstarke New Holland FX58 mit rund 571 PS auf den Markt. Er gehörte damals zu den stärksten Feldhäckslern in der Geschichte der Marke. Die FX-Baureihe wurde anschließend kontinuierlich weiterentwickelt. 2003 erschien eine neue Generation mit den Modellen FX30, FX40, FX50 und FX60. Die Maschinen erhielten unter anderem einen hydraulischen Antrieb der Einzugswalzen sowie das HydroLoc-System zur präzisen Einstellung der Häcksellänge.
Ein neues Kapitel begann 2007 mit der Premiere der Baureihe FR9000. Sie bestand zunächst aus fünf Modellen und löste die inzwischen in die Jahre gekommene FX-Familie ab. Die neuen Maschinen erhielten einen besonders breiten Gutflusskanal sowie Technologien wie HydroLoc, MetaLoc und Variflow. MetaLoc diente zur Erkennung von Metallgegenständen, während mit Variflow der Gutfluss schnell an den Einsatz in Gras oder Mais angepasst werden konnte.
Die FR9000-Baureihe wurde sehr gut aufgenommen und erhielt bereits auf der Agritechnica 2007 die Auszeichnung Maschine des Jahres. In den folgenden Jahren kamen die Modelle FR9040, FR9050, FR9060, FR9080 und FR9090 auf den Markt, wobei die leistungsstärksten Versionen die Marke von 800 PS überschritten.
2011 feierte New Holland das 50-jährige Jubiläum der Produktion selbstfahrender Feldhäcksler mit einer Sonderedition der FR9000-Baureihe. Ein Jahr später wurde die überarbeitete Modellfamilie vorgestellt, die fortan schlicht als FR bezeichnet wurde. Gleichzeitig änderte sich das Bezeichnungssystem, sodass die Modellnummer nun in etwa auf die maximale Motorleistung hinwies.
Zu den spektakulärsten Maschinen dieser Generation gehört der New Holland FR920. Das Modell ist mit einem von FPT Industrial entwickelten V20-Motor ausgestattet und erreicht eine maximale Leistung von rund 911 PS. In der FR-Baureihe wurden zudem Systeme wie Power Cruise zur automatischen Anpassung der Fahrgeschwindigkeit an die Maschinenauslastung, IntelliFill zum automatischen Befüllen von Transportfahrzeugen, IntelliSteer für die automatische Spurführung sowie immer weiterentwickelte Lösungen für Precision Farming eingeführt.
Das aktuelle europäische Modellprogramm umfasst die Typen FR480, FR550, FR650, FR780 und FR920. Ihre maximale Leistung liegt bei rund 476, 544, 653, 775 beziehungsweise 911 PS. Je nach Ausführung kommen Motoren von FPT Industrial aus den Baureihen Cursor 13 und Cursor 16 sowie im größten Modell ein V20-Aggregat zum Einsatz.
Vom kompakten SP818 aus dem Jahr 1961 bis zum mehr als 900 PS starken FR920 zeigt die Entwicklung der New-Holland-Feldhäcksler eindrucksvoll, wie grundlegend sich die Futtererntetechnik verändert hat. Die aufeinanderfolgenden Generationen 1880, 1890, 2100, FX und FR brachten immer höhere Motorleistungen, größere Durchsatzleistungen und einen zunehmenden Automatisierungsgrad. Dadurch zählt New Holland bis heute zu den Herstellern mit der längsten ununterbrochenen Präsenz auf dem Markt für selbstfahrende Feldhäcksler.