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Geschichte der John Deere Feldhäcksler
Die Geschichte der selbstfahrenden Feldhäcksler von John Deere begann Anfang der 1970er-Jahre, obwohl das Unternehmen bereits zuvor gezogene Feldhäcksler produzierte. Die ersten Maschinen dieser Art kamen 1966 auf den Markt. Der eigentliche Durchbruch folgte jedoch 1972, als John Deere mit den Modellen 5200 und 5400 seine ersten selbstfahrenden Feldhäcksler vorstellte.
Die ersten Maschinen wurden in den USA produziert und konnten unter anderem mit dreireihigen Maisvorsätzen sowie Pick-ups für Gras eingesetzt werden. Auf dem nordamerikanischen Markt waren sogar Ausführungen ohne Kabine anzutreffen. Bereits damals setzte John Deere auf Lösungen wie das Nachschärfen der Messer, ohne diese ausbauen zu müssen.
1977 folgten die überarbeiteten Modelle 5440 und 5460. Ein Jahr später wurde die Produktion der für den europäischen Markt bestimmten Feldhäcksler in das Werk Senonches in Frankreich verlagert, wo auch das kleinere Modell 5420 gefertigt wurde. Die Maschinen dieser Generation erhielten unter anderem einen elektrisch zuschaltbaren Antrieb für Häckselaggregat und Einzugswalzen.
Ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt erfolgte 1981 mit der Einführung der Modelle 5720 und 5820. Sie waren mit der charakteristischen SoundGard-Kabine mit gebogener Frontscheibe sowie der neuen DuraDrum-Häckseltrommel ausgestattet. Die leistungsstärkeren Versionen konnten bereits mit sechsreihigen Maisvorsätzen eingesetzt werden.
Mitte der 1980er-Jahre wurde das Programm um die Modelle 5730 und 5830 erweitert. Sie stellten eine Weiterentwicklung der bisherigen Konstruktionen dar und konnten unter anderem mit einem Kornprozessor ausgestattet werden, der die Maiskörner im Erntegut aufbereiten sollte. Diese Technik entwickelte sich später zu einem Standard moderner selbstfahrender Feldhäcksler.
Eine grundlegende Neuentwicklung folgte 1992 mit der Premiere der völlig neuen Baureihe 6010. Zu ihr gehörten die Modelle 6610, 6710, 6810 und 6910. Gleichzeitig wurde die weltweite Produktion der selbstfahrenden John-Deere-Feldhäcksler in das deutsche Werk Zweibrücken verlagert, das bis heute ein wichtiger Produktionsstandort für Erntemaschinen der Marke ist.
Die neue Baureihe verfügte über einen direkteren Gutfluss, einen schnell auswechselbaren Kornprozessor, einen verbesserten Metalldetektor sowie die neue TechCenter-Kabine. Der leistungsstärkste John Deere 6910 leistete zunächst rund 410 PS, später wurde die Leistung auf etwa 445 PS erhöht. Die Modelle 6810 und 6910 waren mit Cummins-Motoren ausgestattet, während bei den kleineren Ausführungen John-Deere-Motoren zum Einsatz kamen.
1997 übernahm John Deere das deutsche Unternehmen Kemper, das vor allem für seine reihenunabhängigen Maisvorsätze bekannt war. Ein Jahr später kam die überarbeitete Baureihe 6050 mit den Modellen 6650, 6750, 6850 und 6950 auf den Markt. Das Spitzenmodell 6950 leistete mehr als 500 PS und gehörte damit seinerzeit zu den leistungsstärksten selbstfahrenden Feldhäckslern auf dem Markt.
Der nächste große Entwicklungsschritt folgte 2002 mit der schrittweisen Einführung der Baureihe 7000. Zunächst erschienen die Modelle 7200, 7300, 7400 und 7500, später kamen die größeren Modelle 7700 und 7800 hinzu. Eine der wichtigsten Neuerungen war das IVLOC-System zur stufenlosen Einstellung der Häcksellänge. In den folgenden Jahren wurde die Baureihe mit den Generationen 7050 und 7080 weiterentwickelt und unter anderem um die Modelle 7950 und 7980 ergänzt.
Eine vollständig neue Konstruktion präsentierte John Deere 2014 mit der Baureihe 8000. Das erste Modellprogramm umfasste die Typen 8100, 8200, 8400, 8500 und 8600 mit Leistungen von rund 380 bis 625 PS. Kurz darauf wurde das Angebot um die Modelle 8300, 8700 und 8800 erweitert, wobei das leistungsstärkste Modell rund 845 PS erreichte. Die neuen Maschinen verfügten über ein vollständig überarbeitetes Maschinenkonzept, eine deutlich weiterentwickelte Elektronik sowie Systeme zur Analyse des Ernteguts.
Ein wichtiger Bestandteil der Ausstattung neuerer Generationen wurde HarvestLab, das mithilfe eines NIR-Sensors verschiedene Eigenschaften des Ernteguts analysiert. Der Feldhäcksler kann unter anderem den Trockensubstanzgehalt erfassen und auf dieser Grundlage die Maschineneinstellungen automatisch anpassen. Gleichzeitig gewannen satellitengestützte Lenksysteme, die Ertragsdokumentation und automatische Maschinensteuerungen zunehmend an Bedeutung.
2018 stellte John Deere die Baureihe 9000 vor, die sich vor allem an große landwirtschaftliche Betriebe und Lohnunternehmen richtete. Das erste Modellprogramm bestand aus den Typen 9600, 9700, 9800 und 9900. Der 9600 war mit einem John-Deere-Sechszylindermotor ausgestattet, während die drei größeren Modelle leistungsstarke 24-Liter-V12-Motoren von Liebherr erhielten.
Der größte John Deere 9900 leistete rund 970 PS und gehörte damit zu den leistungsstärksten serienmäßig produzierten Feldhäckslern seiner Zeit. Mit der Baureihe 9000 wurde zugleich das Konzept HarvestMotion weiterentwickelt, das hohe Leistung und ein hohes Drehmoment bei niedrigeren Motordrehzahlen ermöglicht. Hinzu kamen zunehmend leistungsfähigere Kornprozessoren und weiterentwickelte Systeme zur Automatisierung des Ernteprozesses.
Das jüngste Kapitel dieser Entwicklung begann 2025, als John Deere die vollständig neuen Baureihen F8 und F9 vorstellte. Sie lösten das bisherige Bezeichnungssystem der Feldhäcksler ab und brachten unter anderem eine neue Kabine, erweiterte Automatisierungsfunktionen, eine automatische Fahrgeschwindigkeitsregelung sowie eine neue Generation von Kornprozessoren mit sich. Je nach Modell kommen John-Deere-Motoren der Baureihen JD14X und JD18X sowie 24-Liter-V12-Motoren von Liebherr zum Einsatz.
Die leistungsstärksten Modelle der neuen Generation überschreiten die Marke von 1.000 PS und verdeutlichen damit, wie stark sich die Technik seit den ersten Modellen 5200 und 5400 zu Beginn der 1970er-Jahre weiterentwickelt hat. In mehr als fünf Jahrzehnten hat sich John Deere von vergleichsweise einfachen Maschinen mit dreireihigen Maisvorsätzen zu leistungsstarken, weitgehend automatisierten Feldhäckslern entwickelt, die satellitengestützte Lenksysteme, die Analyse der Erntegutbestandteile und elektronische Systeme zur Optimierung der Maschinenleistung nutzen.